Quote von Wohnungseigentum sinkt auf tiefsten Wert seit 20 Jahren

Quote von Wohnungseigentum sinkt auf tiefsten Wert seit 20 Jahren
Deutschland hat europaweit den geringsten Anteil an Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung leben. Das Pestel-Institut fordert, Wohneigentum als Baustein der Altersvorsorge politisch zu fördern.

Augsburg (epd). Weniger als die Hälfte der Haushalte in Deutschland lebt in ihren eigenen vier Wänden. Laut einer neuen Studie des Pestel-Instituts lebten 2025 nur 43,5 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland im Wohneigentum, wie Institutsleiter Matthias Günther der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag) sagte. Dies sei der niedrigste Wert seit 2005. Deutschland liege damit innerhalb der EU auf dem letzten Rang. Von den 25- bis 45-Jährigen wohnten fast drei Viertel zur Miete.

Der Institutsleiter forderte, Wohneigentum als Baustein der Altersvorsorge politisch zu fördern: „Steigende Mieten drängen mehr und mehr ältere Menschen in die Altersarmut. Altersarmut ist Mieterarmut“, sagte er laut Zeitungsbericht. Günther forderte einen „Wohneigentumsplan des Bundes“. Ziel müsse es sein, pro Jahr mindestens 200.000 Haushalte in selbst genutztes Wohneigentum zu bringen.

Baukosten seit 2000 um 160 Prozent gestiegen

Als Hauptgründe für den niedrigen Eigentumswert nannte Günther hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und die Wohnungsbaupolitik der vergangenen Jahre. Die Herstellungskosten für Wohnungen seien seit dem Jahr 2000 um 160 Prozent gestiegen. Auch die Abschaffung einer wirksamen bundesweiten Eigentumsförderung, seitdem im Jahr 2021 auch das Baukindergeld gestrichen worden sei, habe sich sowohl politisch als auch wirtschaftlich negativ ausgewirkt, sagte Günther. Die Zuwanderung der jüngeren Vergangenheit habe die Probleme am Wohnungsmarkt ebenfalls verschärft.