Berlin (epd). In einer Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gesellschaft zum Eintreten gegen Antisemitismus aufgefordert. „Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind, wenn sie bedroht, beschimpft oder gar angegriffen werden“, heißt es in dem am Donnerstag verbreiteten Schreiben von Steinmeier.
Deutschland trage eine besondere historische Verantwortung für den Schutz jüdischen Lebens. „Ich wünsche mir, dass die gesamte Gesellschaft diese Verantwortung versteht, mit Entschiedenheit wahrnimmt und für diesen Schutz eintritt, damit Jüdinnen und Juden nie mehr darüber nachdenken müssen, ob sie anderswo sicherer wären“, schreibt Steinmeier. Man müsse alles daran setzen, „den unerträglichen und weiter wachsenden Antisemitismus hier in Deutschland und auch in Europa zu bekämpfen“.
„Fest der Hoffnung“
Mit dem Neujahrsfest Rosch Haschana (in diesem Jahr vom 11. bis zum 13. September) beginnen zehn Bußtage bis mit dem jüdischen Feiertag Jom Kippur. Rosch Haschana sei ein Fest der Hoffnung, erklärte Steinmeier. „Die Botschaft, dass es immer aufs Neue möglich ist, einander mit Zuversicht und Zugewandtheit zu begegnen, klingt hoffentlich weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus in die gesamte Gesellschaft hinein.“



