Stuttgart (epd). Die Menschen in Deutschland wünschen sich laut dem Demokratie-Monitor 2026 mehr Mitwirkung bei politischen Entscheidungen. Wie die Universität Hohenheim am Dienstag mitteilte, bevorzugen knapp zwei Drittel der Bevölkerung eine repräsentative Demokratie, in der Politiker vor wichtigen Beschlüssen den Dialog suchen. Etwa 30 Prozent sprechen sich für direkt-demokratische Verfahren aus - ein Wunsch, der laut Studienleiter Frank Brettschneider besonders bei Unzufriedenen sowie bei Anhängern der AfD (über 60 Prozent) ausgeprägt ist.
Besonders auf kommunaler Ebene ist das Interesse an Mitsprache groß: 87 Prozent halten Dialogangebote vor Ort für wichtig, auf Bundesebene sind es 67 Prozent. Zugleich unterscheidet sich die Zufriedenheit mit den bestehenden Angeboten deutlich. Während auf Bundesebene nur zehn Prozent der Befragten mit den Beteiligungsmöglichkeiten zufrieden sind, fällt die Bilanz in den Städten und Gemeinden mit 38 Prozent spürbar positiver aus.
„Von Demokratie-Müdigkeit kann keine Rede sein“
Laut Brettschneider bedeutet der Wunsch nach Mitsprache nicht, dass alle Bürger selbst entscheiden wollen. 40 Prozent der Befragten sind bereit, sich aktiv an Dialogverfahren zu beteiligen, ein ebenso großer Anteil will vor allem verlässlich informiert werden. „Von Demokratie-Müdigkeit kann keine Rede sein“, betonte der Politikwissenschaftler anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September. Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden im August 4.059 Menschen ab 16 Jahren befragt.



