Berlin (epd). Das Deutsche Institut für Menschenrechte warnt vor zunehmender Armut und Wohnungslosigkeit, sollte die Bundesregierung wie geplant das Wohngeld kürzen. Das Ziel, Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030 zu überwinden, rücke so „in unerreichbare Ferne“, erklärte Claudia Engelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts, am Donnerstag in Berlin.
Das Wohngeld sei für viele Menschen entscheidend, um ihre Wohn- und Energiekosten tragen zu können, hieß es weiter. Dies betreffe vor allem Ältere und Familien mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende. Ohne Wohngeld müssten sie die Kosten für ihre Unterkunft in voller Höhe tragen und würden absehbar bei Lebensmitteln, Winterkleidung oder Schulheften sparen.
Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit gefordert.
Besonders für junge Menschen, die mit 18 Jahren aus der Kinder- und Jugendhilfe fallen, steige durch die Sparpläne die Gefahr der Wohnungslosigkeit, warnte das Institut weiter. Diese sogenannten Care Leaver seien stark auf Unterstützung angewiesen, da sie oft nicht auf Familien oder andere Netzwerke zurückgreifen könnten.
Bund und Länder sollten wirksame Maßnahmen beschließen, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden, empfahl das Institut. Dazu gehörten eine Regulierung von Mieten, die Stärkung von Beratungsstellen sowie finanzielle Anschubhilfe des Bunds für kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit.



