Santiago de Chile, Bogotá (epd). Kolumbiens neue Regierung unter Präsident Abelardo de la Espriella plant das Versprühen von Herbiziden per Flugzeug, um den Anbau von Koka-Pflanzen zu bekämpfen. Die Zeitung „El Tiempo“ berichtete am Mittwoch (Ortszeit), die Regierung wolle in einem ersten Schritt das Glufosinat-Ammonium-Herbizid auf einem Gebiet von 1.000 Hektar experimentell einsetzen. Ziel sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erhalten, um den Einsatz per Flugzeug eventuell auf Landesebene auszuweiten.
Es ist nach dem umstrittenen Herbizid Glyphosat der zweite Wirkstoff, der per Flugzeug gegen Koka-Anbau eingesetzt werden soll. Präsident de la Espriella hatte Ende August bereits den Einsatz von Glyphosat per Dekret erlaubt.
Anbaufläche stark vergrößert
In Kolumbien ist über die vergangenen Jahre die Anbaufläche für Koka-Pflanzen stark gestiegen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen wurde im Jahr 2024 auf 261.000 Hektar Land der Grundstoff für Kokain produziert. Damit ist Kolumbien der weltweit größte Produzent der Koka-Pflanze. 2014 waren es laut offiziellen Schätzungen noch 69.000 Hektar.
Der bis Anfang August amtierende linke Präsident Gustavo Petro setzte bei der Bekämpfung des Anbaus auf freiwillige Maßnahmen. Präsident de la Espriella ist am 7. August mit dem Versprechen angetreten, die im Land agierenden bewaffneten Gruppen mit aller Härte zu bekämpfen. Diese finanzieren sich hauptsächlich mit dem illegalen Abbau von Gold und der Produktion von Kokain unter anderem für den europäischen Markt.
De la Espriella hatte sich in den vergangenen Wochen mit mehreren Militärschlägen gegen Drogenbanden gerühmt. Die nationale Ombudsstelle für Menschenrechte warnte hingegen vor einer Eskalation der Gewalt.



