Berlin (epd). Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Abgrenzung seiner Kirche zur AfD unterstrichen. Er sei „entschlossen im weiteren Handeln“, sagte der Bischof von Münster am Mittwoch beim St. Michaelsempfang der Bischofskonferenz in Berlin. „Die AfD ist nachweislich nationalistisch und völkisch eingestellt“, fügte er hinzu. Für dieses völkische Gedankengut sei „weder in noch außerhalb von Gotteshäusern, weder im Christentum, noch im Judentum, noch im Islam Platz“.
Die beiden großen Kirchen hatten sich in der Vergangenheit gegen Positionen der AfD gewandt. Die in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestufte Partei ging im Wahlkampf selbst auf Konfrontationskurs zu den Kirchen, indem sie etwa den Einzug der Kirchensteuer infrage stellte.
Bischof: „Als Kirche ziehen wir uns nicht zurück“
Wilmer sagte, er sei angesichts des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt vom Sonntag „sprachlos“ gewesen, aber nur im ersten Moment. Er unterstrich: „Als Kirche ziehen wir uns nicht zurück.“ Man werde widersprechen, „wenn Angst gegen Solidarität ausgespielt wird“, Menschen gegeneinander in Stellung gebracht und demokratische Institutionen geschwächt würden. „Unser Maßstab ist weder Parteipolitik noch Ideologie, sondern das Evangelium und die damit verbundene unveräußerliche Würde jedes Menschen“, sagte er.
Der Jahresempfang der Bischofskonferenz in Berlin wird vom Leiter des Katholischen Büros in der Hauptstadt, Karl Jüsten, ausgerichtet. Er sagte, die AfD vertrete Positionen, die dem christlichen Menschenbild widersprächen und „die für demokratische Parteien nicht verhandelbar sein können“. Der Einladung zum Empfang folgten Gäste aus Politik, Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, darunter Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke), Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sowie die Vorsitzenden ihrer jeweiligen Bundestagsfraktion, Thorsten Frei (CDU) und Matthias Miersch (SPD).



