Mehr als 170 Organisationen rufen zu Friedensdemos auf

Mehr als 170 Organisationen rufen zu Friedensdemos auf
Ein breites Bündnis mobilisiert gegen hohe Rüstungsausgaben und die Gefahr einer militärischen Eskalation. Die Proteste richten sich auch gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland.

Stuttgart, Berlin (epd). Ein Bündnis aus mehr als 170 Organisationen ruft für den 3. Oktober zu Friedensdemonstrationen in Stuttgart und Berlin auf. Die Proteste richten sich gegen steigende Rüstungsausgaben, eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und die allgemeine Militarisierung der Gesellschaft, wie die katholische Friedensbewegung pax christi als eine der beteiligten Gruppen am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Die Kundgebungen sollen zeitgleich um 13 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart und am Brandenburger Tor in Berlin beginnen. Im vergangenen Jahr hatten sich nach Angaben der Organisatoren mehr als 30.000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt.

Vorwurf der Doppelmoral

„Die Gefahr eines direkten Krieges mit Russland, sogar eines Atomkrieges, wird immer größer“, heißt es in dem Aufruf der Veranstalter. Das Bündnis wirft der Bundesregierung zudem eine Doppelmoral beim Völkerrecht vor. Während sie Völkerrechtsverstöße Russlands anprangere, unterstütze sie die USA und Israel bei deren „völkerrechtswidrigen Kriegen“.

Zu den Rednern in Stuttgart gehören Sevim Dagdalen (BSW), Özlem Alev Demirel (Die Linke) und der Betriebsseelsorger Paul Schobel. Zudem ist ein Video-Grußwort der früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, geplant. Die Demonstrationen stehen unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht & Krieg - Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit“.