Jüdische Gemeinden Sachsen-Anhalts fordern Schutz der Demokratie

Jüdische Gemeinden Sachsen-Anhalts fordern Schutz der Demokratie
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat bei vielen Menschen für Unsicherheit gesorgt. Die jüdischen Gemeinden des Bundeslandes fordern ein zivilgesellschaftliches Bekenntnis zu demokratischen Werten.

Magdeburg (epd). Der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt hat nach dem Wahlsieg der AfD zum Schutz demokratischer Grundwerte aufgerufen. In einem am Montag in Magdeburg veröffentlichten Positionspapier fordert die Dachorganisation zudem den Ausbau von Sicherheitsstrukturen sowie ein klares Bekenntnis zu gesellschaftlicher Vielfalt und Minderheitenschutz. Damit richte der Verband klare Erwartungen an die künftige Landespolitik und die Zivilgesellschaft.

In der Erklärung wird unter anderem ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israels, eine nachhaltige Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und die Förderung jüdischer Bildung und Identität angemahnt. Angesichts weiterhin bestehender Bedrohungen durch Antisemitismus erinnerte der Landesverband an die Verantwortung des Staates und der Politik, jüdische Einrichtungen wirksam zu schützen.

Demokratie und Minderheitenschutz bleiben wichtig

Der Landesverband erklärte: „Demokratische Wahlen sind das Fundament unseres Gemeinwesens.“ Ebenso entscheidend sei jedoch, dass auch nach dem Wahltag die Grundlagen der offenen Gesellschaft bestehen blieben. Dazu zählten eine lebendige Gedenkkultur, eine wehrhafte demokratische Kultur und der Schutz von Minderheiten.

Der Landesverband erklärte, jüdisches Leben sei seit mehr als 1.000 Jahren tief in der Region verwurzelt und untrennbarer Bestandteil der Gesellschaft. Die Hauptstandorte der jüdischen Gemeinden Sachsen-Anhalts sind Dessau-Roßlau, Halle (Saale) und Magdeburg.