Berlin (epd). Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman sieht den AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt als einschneidendes Ereignis für Angehörige von Minderheiten. Für viele Menschen sei das Wahlergebnis ein Schock, erklärte Ataman am Montag in Berlin. „Sie haben Angst - vor allem Menschen mit Behinderungen, Migranten und ihre Nachkommen, queere Menschen sowie jüdische und muslimische Menschen.“ Es werde befürchtet, „dass sich die Stimmungsmache gegen Minderheiten und Andersdenkende nach der Wahl in Diskriminierungen oder handfester Gewalt entlädt“.
Ataman rief zu erhöhter Aufmerksamkeit im eigenen Umfeld auf. „Geben Sie aufeinander acht und holen Sie sich Hilfe bei Antidiskriminierungsstellen, wenn Sie im Job oder bei Alltagsgeschäften benachteiligt werden“, riet sie. „Der demokratische Rechtsstaat steht an Ihrer Seite.“ Den örtlichen Antidiskriminierungsstellen bot die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Unterstützung an.
Regierungsbildung bleibt zunächst offen
Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erreichte die AfD bei der Wahl am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen, weit mehr als jede der anderen Parteien. Die Mehrheit der Sitze im Landtag bekam sie jedoch nicht. Ob die AfD die künftige Landesregierung anführen wird, ist angesichts der Mehrheitsverhältnisse offen.



