Gedenkort für CSD-Opfer in Berlin erneut beschädigt

Gedenkort für CSD-Opfer in Berlin erneut beschädigt
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD wurde eine Regenbogenbank am Tatort aufgestellt und ein Baum gepflanzt. Nach wenigen Wochen wurde die Bank von Unbekannten zerstört. Jetzt ist auch der Gedenkbaum herausgerissen worden.

Berlin (epd). Der Gedenkort zum Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten ist erneut erheblich beschädigt worden. Unbekannte rissen in der Nacht zu Sonntag einen neu eingepflanzten Baum samt Schutzgitter aus der Erde, wie die Polizei in Berlin mitteilte. Weitere im Umfeld liegende Gegenstände in Erinnerung an den Anschlag seien ebenfalls beschädigt oder teilweise zerstört worden.

Polizisten hatten am frühen Sonntagmorgen die Verwüstung festgestellt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung übernommen. Der französische Ahorn war als Ersatz für den Baum gepflanzt worden, mit dem der Wagen des Attentäters vom 25. Juli kollidierte.

Regenbogenbank zerstört

Bereits Anfang der Woche war eine Regenbogenbank am Trauerort des Anschlags von Unbekannten zerstört worden. Die in Regenbogenfarben gestrichene Sitzbank war erst am 6. August aufgestellt worden. Sie sollte zum Verweilen und zur stillen Anteilnahme einladen und Solidarität mit der queeren Community zum Ausdruck bringen.

Bei dem Anschlag auf den CSD in Berlin war ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine 65-jährige Polin wurde getötet, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Ein 21-Jähriger hatte den Wagen gesteuert und war anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem islamistischen Motiv aus. Der Mann wurde am Tag nach dem Anschlag bei einem Polizeieinsatz erschossen.