Dresden (epd). Der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, ist am Samstag in Dresden mit einem Festgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet worden. Der 74-Jährige war am Mittwoch altersbedingt vorzeitig von seinem Amt zurückgetreten. Sein Rücktritt erfolgte kurz vor dem offiziellen 25. Jubiläum seiner Bischofsweihe, das am Samstag in Anwesenheit zahlreicher Bischöfe gefeiert wurde. Timmerevers leitete das Bistum Dresden-Meißen seit 2016. Zuvor war er im Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) zum Weihbischof in Münster ernannt worden.
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, rief in seiner Predigt in der Dresdner Kathedrale die Christen in Ostdeutschland auf, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Minderheit zu sein, bedeute nicht, bedeutungslos zu sein. „Wo Menschen, die versöhnen, überzeugen, werden sie Mehrheiten erhalten und die Pöbler von den Sitzen verdrängen.“ Eine solche Kirche werde „nicht zu einer Erzählung von gestern“, sagte Wilmer, der auch Bischof von Münster ist.
Ökumenische Zusammenarbeit
Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz dankte in seinem Grußwort Timmerevers für die gute ökumenische Zusammenarbeit zwischen den beiden christlichen Kirchen sowie für wichtige Impulse. Das Zusammenspiel sei unkompliziert und herzlich gewesen. Beide Kirchen seien ohne Konkurrenz miteinander unterwegs gewesen, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) dankte Timmerevers für dessen leidenschaftlichen Dienst in Sachsen, die vertrauensvolle Zusammenarbeit und manch kritische und ehrliche Worte. Timmerevers habe den Menschen im Bistum Mut gemacht, ihren Glauben selbstbewusst zu leben, sagte Klepsch. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Dresdner Kapellknaben, dem Kathedralchor und dem Kinderchor der Kathedrale.
Kritik an Amtsführung
Timmerevers stammt aus dem Oldenburger Land, geboren wurde er 1952 in Garrel-Nikolausdorf im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen. 1980 empfing er die Priesterweihe. Seinen Ruhestand will er nach eigenen Angaben in Dresden verbringen.
Timmerevers war in der Vergangenheit wegen seiner Amtsführung immer wieder in die Kritik geraten, etwa wegen der Schließung kirchlicher Einrichtungen, Strukturreformen innerhalb der Diözese und wegen einer verzögerten Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Auch die Kosten von rund 48 Millionen Euro für den Neubau des Bischofssitzes in Dresden sorgten für Unmut.
Rom entscheidet mit über Nachfolge
Das Bistum rechnet mit rund einem Jahr für die Suche nach einem Nachfolger. In der Zwischenzeit leitet der 52-jährige Andreas Kutschke als Diözesanadministrator das Bistum. Es erstreckt sich über Sachsen und Ostthüringen und zählt rund 124.700 Katholikinnen und Katholiken.
Für die Neubesetzung des Bischofsstuhls legt das Dresdner Domkapitel dem Papst eine aktuelle Liste geeigneter Kandidaten vor. Danach erstellt der Heilige Stuhl in Rom eine Liste mit drei Namen, die mindestens einen Kandidaten aus dem Bistum Dresden-Meißen enthalten soll. Aus dieser Dreiergruppe wählt schließlich das Domkapitel in geheimer Wahl den neuen Bischof.



