Sozialpfarrer Meurer ruft zu gesellschaftlichem Engagement auf

Sozialpfarrer Meurer ruft zu gesellschaftlichem Engagement auf

Köln (epd). Der langjährige Kölner Sozialpfarrer Franz Meurer hat Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit in der Gesellschaft aufgerufen. „Wir brauchen gesellschaftliche Gruppen, Vereine, Bürgervereine, die sich beteiligen, das Miteinander zu organisieren“, sagte der katholische Theologe im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks, das am Sonntag (6. September) gesendet wird. Als Beispiel verwies der Pfarrer auf Studierende in seiner Gemeinde, die kostenfrei wohnen können und dafür sechs Stunden pro Woche Kindern bei den Hausaufgaben helfen. „Ohne diesen Support, ohne diese Unterstützung aus der Gesellschaft heraus kann eine Kommune, kann ein Staat das Zusammenleben nicht organisieren.“

Auch die Menschen der Baby-Boomer-Generation, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, werden nach Meurers Worten dringend gebraucht. Rentner könnten sich etwa bei den Schulen rundherum umhören, ob dort Kinder Unterstützung bräuchten, um Deutsch zu lernen. „Und wer jetzt Geld hat, der kann doch mal sagen, okay, am Sportverein, die Getränke gehen auf mich.“ Es gehe darum, eine „andere Denke zu implantieren“, betonte der Pfarrer, der Anfang Oktober 75 Jahre alt wird und in den Ruhestand geht. „Denn jeder und jede will doch mal in den Himmel kommen. Und am Himmel wird ja nicht gefragt, was hast du behalten? Sondern im Himmel wird gesagt, was hast du verschenkt? Und das ist die Währung, die da gilt.“