Hannover, Emden (epd). Nach der Einigung auf einen Sparplan im VW-Aufsichtsrat haben sich die Oberbürgermeister von Hannover und Emden besorgt über die sozialen Folgen möglicher Werksschließungen gezeigt. Für Hannover sei das Ergebnis der Einigung „sehr frustrierend“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) am Freitag. Zwar sei die Schließung von Werken erst einmal vom Tisch. „Aber die Zukunftsperspektiven sind vollkommen unklar.“ Damit bleibe die Unsicherheit, die viele Menschen belaste, weiter bestehen. Der krisengeschüttelte VW-Konzern will weltweit insgesamt 100.000 Stellen abbauen.
„Wir haben hier 12.200 Menschen, die bei Volkswagen arbeiten, aus der Stadt, Region und weit darüber hinaus“, sagte Onay mit Blick auf das Werk im Stadtteil Stöcken, wo VW Nutzfahrzeuge wie Transporter und Kleinbusse bauen lässt. „Da hängen viele Familien dran, die Zuliefer-Industrie und viele Unternehmen.“
Klare Perspektiven gefordert
Der Oberbürgermeister appellierte an den Vorstand des Volkswagen-Konzerns möglichst rasch klare Perspektiven zu schaffen, wie es mit den bedrohten Werken weitergehe. „Wir haben hier ein gutes Know-How“, unterstrich er. Hannover habe ein hohes Potenzial für den Autobauer.
Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sagte: „Die Unsicherheit für die Beschäftigten bleibt, und die kommenden Wochen werden schwierig.“ Jetzt beginne die entscheidende Auseinandersetzung um Investitionen, Produkte, Beschäftigung und die Zukunft der einzelnen Standorte. Kruithoff unterstrich, dass Emden ein Automobil-Standort sei: „Wir bauen Autos, und wir wollen auch in Zukunft Autos bauen.“
Wie es mit den VW-Werken in Hannover und Emden weitergeht, soll bis Ende 2027 feststehen. Auch für das Werk in Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm bei Heilbronn fehlen Folgebelegungen.



