CDU-Politiker wird Pate für in Belarus inhaftierten Pfarrer

CDU-Politiker wird Pate für in Belarus inhaftierten Pfarrer
Im Programm "Parlamentarier schützen Parlamentarier" engagieren sich Bundestagsabgeordnete für Verfolgte in Ländern mit repressiven Regimen. Ein Pfarrer, der in Belarus in Haft sitzt, ist seit Kurzem Teil des Programms.

Berlin (epd). Der Dresdner CDU-Bundestagsabgeordnete Lars Rohwer hat eine Patenschaft für den in Belarus inhaftierten Pfarrer Aleh Loika übernommen. Die Inhaftierung eines evangelischen Pfarrers zeige nicht nur „die anhaltende Missachtung grundlegender Menschenrechte durch das belarussische Regime“, sagte Rohwer am Freitag: „Mit der politischen Verfolgung eines Geistlichen werden grundlegende christliche Werte mit Füßen getreten.“

Der Fall des Pfarrers ist offiziell ins Programm „Parlamentarier schützen Parlamentarier“ des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe aufgenommen worden, wie die Ausschussvorsitzende Mechthild Heil (CDU) in einem Schreiben an Rohwer mitteilt, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Abgeordnete verpflichten sich damit, verfolgten Kolleginnen und Kollegen zu helfen, etwa durch internationale Kontakte oder die Platzierung des Falls beim Auswärtigen Amt. Auf der aktuellen Patenliste stehen 51 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD.

Pfarrer seit November in Strafkolonie

Der 50-jährige Loika sitzt nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Viasna“ seit November vergangenen Jahres in einer belarussischen Strafkolonie, nachdem er wegen angeblicher Weitergabe von Informationen über den Transport russischer Militärtechnik unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt wurde. Der Pfarrer, der sich viele Jahre für die Rehabilitation von Drogenabhängigen eingesetzt hat, wird als politischer Gefangener eingestuft.

Er unterliegt Rohwer zufolge verschärften Haftbedingungen. Sein Gesundheitszustand verschlechtere sich zusehends. Verurteilt wurde er den Angaben zufolge zu dreieinhalb Jahren Haft.