Wirtschaftsvertreter: Radikalisierung gefährdet Wohlstand

Wirtschaftsvertreter: Radikalisierung gefährdet Wohlstand
Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Ostdeutsche Unternehmerverbände warnen vor Wahlerfolgen extremer Parteien.

Potsdam (epd). Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben ostdeutsche Wirtschaftsvertreter vor Folgen von Nationalismus und politischer Radikalisierung für den Standort Ostdeutschland gewarnt. Ein gesellschaftliches Klima der Abschottung, Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit gefährde Investitionen, Innovationen, Arbeitsplätze und Wohlstand, heißt es in einer am Donnerstag in Potsdam verbreiteten Erklärung der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin.

Weltoffenheit sei keine politische Floskel, sondern ein Standortfaktor, heißt es weiter in der „Potsdamer Erklärung 2026“. Ziel sei, Ostdeutschland wirtschaftlich stärker zu machen. Es könne mit Stolz auf das geblickt werden, was Menschen und Unternehmen dort in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut haben. Zu diesem Selbstbewusstsein gehöre auch ein unverklärter Blick auf die Geschichte.

Sorge über DDR-Romantisierung

„Mit Sorge beobachten wir, wenn die DDR-Vergangenheit heute romantisiert und dabei ausgeblendet wird, dass die DDR eine Diktatur war, in der neben politischen und persönlichen Freiheiten auch die unternehmerische Freiheit massiv eingeschränkt war“, heißt es weiter in der Erklärung. Diese historische Erfahrung sei eine Mahnung, Freiheit, Eigenverantwortung und freies Unternehmertum als Grundlagen des Wohlstands zu bewahren.

Aus berechtigtem Protest und Unzufriedenheit dürfe keine Politik entstehen, die die wirtschaftlichen Grundlagen der eigenen Regionen beschädige, erklärten die Verbände. Bürgerinnen und Bürger sollten ihr Wahlrecht wahrnehmen und politische Angebote kritisch prüfen.