Studie warnt vor wachsendem Wasserdefizit

Studie warnt vor wachsendem Wasserdefizit
Mensch und Natur leiden unter Hitze und Trockenheit. Forschende warnen nun, dass auch die Wasserspeicherung im Boden weiter abnimmt.

Potsdam (epd). Deutschland und Europa leiden einer Studie zufolge unter einem wachsenden Wasserdefizit. Aktuelle Satellitendaten belegten, dass die Wasserspeicherung im Boden seit 2015 deutlich nachgelassen habe, teilte das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung unter Berufung auf die Studie am Donnerstag in Potsdam mit. Es seien zunehmend trockene Bedingungen zu verzeichnen. Der „Wasserstress“ bleibe damit hoch.

Relevant sei vor allem die sinkende Grundwasserspeicherung verantwortlich, hieß es. Erholung sei nicht in Sicht. Es gebe zwar keinen langfristig negativen Trend in den Niederschlagsmengen, jedoch eine Zunahme der potenziellen Verdunstung aufgrund gestiegener Lufttemperaturen.

Grund zur Sorge

Im Juni 2026 habe die Wasserspeicherung in Deutschland ungefähr auf demselben Niveau wie 2025 gelegen, erläuterte das Helmholtz-Zentrum. Das bedeute, dass im Vergleich zum langjährigen Mittel 25 Milliarden Tonnen Wasser fehlen. Das entspreche mehr als der Hälfte des gesamten Bodensees, der normalerweise 48 Gigatonnen Wasser enthalte.

Es sei zu befürchten, dass sich die Wasserspeicher bis Ende des Jahres nicht mehr erholen, selbst wenn im Herbst mehr Regen als üblich fallen sollte, hieß es. Weiterer Grund zur Sorge sei, dass die Folgen der Hitzewellen in diesem Sommer in der Studie noch nicht berücksichtigt wurden. Hitze reduziere die Wasserspeicherung durch größere direkte Verdunstung an Oberflächengewässern und durch höhere Verdunstung der Pflanzen, die zugleich dem Boden Wasser entziehen.