Berlin (epd). Infolge der Rekordtemperaturen im Sommer 2026 steigt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in Deutschland weiter: Seit Jahresbeginn sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 16.300 Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben. Wie das RKI am Donnerstag in seinem wöchentlichen Hitzemortalitätsbericht mit Stichtag 23. August bekannt gab, starben mit 9.600 besonders viele Menschen in der sehr heißen Woche Ende Juli, während rund 4.500 Todesfälle auf Hitzeperioden Ende Juli bis Mitte August zurückgehen.
Der Klimawandel war im diesjährigen Sommer mit mehreren Temperaturrekorden auch in Deutschland spürbar: Der Juni 2026 war nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) war die Zahl der diesjährigen Hitzetage beispiellos: Rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und fünf sehr heißen Tagen über 35 Grad seien im bundesweiten Mittel erfasst worden. Mit einer voraussichtlichen Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad sei der Sommer 2026 nur vom Sommer 2003 mit 19,7 Grad übertroffen.
Mehr Ältere und Frauen unter den Todesfällen
Hohe Temperaturen sind vor allem für ältere Menschen gefährlich: Ab einem Alter von 75 steigt die Übersterblichkeit durch Hitze laut den RKI-Zahlen stark an. 12.240 der Hitzetoten in diesem Jahr waren älter als 75. Insgesamt sind den Zahlen zufolge mit 8.300 mehr Frauen als Männer (8.000) im Zusammenhang mit Hitze verstorben. Laut RKI lässt sich das auf den prozentual höheren Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen.
Hitzeperioden in Deutschland führen laut RKI regelmäßig zu einem Anstieg der Todeszahlen. Hitze ist dabei selten die alleinige Todesursache. Meist führt eine Kombination aus hohen Temperaturen und Vorerkrankungen zum Tod. Da Hitze auf Totenscheinen normalerweise nicht als Todesursache angegeben wird, schätzt das RKI die Zahl der Hitzetoten mithilfe statistischer Verfahren.



