UN-Umweltprogramm warnt Menschen vor noch mehr Hitze

UN-Umweltprogramm warnt Menschen vor noch mehr Hitze
In Zukunft werden wohl noch mehr Hitzewellen den Menschen zu schaffen machen. Das Umweltprogramm Unep und Bundesumweltminister Schneider sehen einen Ausweg, um den Temperaturanstieg noch zu begrenzen.
02.09.2026
epd
Von Jan Dirk Herbermann

Nairobi, Genf (epd). Schlechte Nachrichten vom UN-Umweltprogramm: Der globale Temperaturanstieg wird laut Unep in den nächsten Jahren voraussichtlich die kritische Marke von 1,5 Grad Celsius überschreiten. Dadurch werden Risiken und Auswirkungen des Klimawandels immer gefährlichere Ausmaße annehmen, warnte Unep am Mittwoch in einem neuen Bericht aus Nairobi.

„Weltweit zeigen extreme Hitzewellen bereits, dass die Auswirkungen des Klimawandels schneller eintreten, heftiger ausfallen und länger anhalten werden - was mehr Menschenleben kosten und tiefgreifendere Störungen verursachen wird“, sagte Inger Andersen, Unep-Exekutivdirektorin. Es bestehe noch eine Möglichkeit, den Temperaturanstieg unter der kritischen Marke von 1,5 Grad Celsius zu halten.

Aufforstung erforderlich

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte: „Jedes Zehntelgrad weniger Erderhitzung schützt Menschen, Natur und Wirtschaft.“ Schneider forderte, die klimaschädlichen Emissionen entschlossen zu senken.

Deutschland setze deshalb auf einen Dreiklang: An erster Stelle sollten Treibhausgasemissionen vermieden und vermindert werden. Zweitens sollten Wälder, Moore und Böden gestärkt werden, weil sie als natürliche Klimaschützer Kohlenstoffdioxid (CO2) binden. Schließlich bereite Deutschland den „Hochlauf neuer Technologien zur dauerhaften technischen CO2-Entnahme aus der Atmosphäre vor“.

Ähnlich argumentierte Unep und UN-Generalsekretär António Guterres: Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle müsse beschleunigt werden, betonten sie. Zudem müssten vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft zum Einsatz kommen. Dadurch würde der Anstieg der Temperaturen sofort und nachhaltig verringert.

Verbesserter Schutz vor Hitzewellen

Eine sorgfältig gesteuerte Kohlenstoffdioxid-Entfernung solle wesentliches Element des Maßnahmenpakets sein. Es handele sich um einen Prozess, bei dem CO2 aus der Luft entfernt und durch Aufforstung oder andere Maßnahmen gespeichert wird.

Zugleich erfordert der Ansatz laut Unep Anpassungen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaften und Volkswirtschaften zu verringern. Dazu zählt ein verbesserter Schutz der Menschen vor Hitzewellen. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.