Reul geht von "verfassungsfeindlicher Sabotage" an Umspannwerk aus

Reul geht von "verfassungsfeindlicher Sabotage" an Umspannwerk aus
Der nordrhein-westfälische Innenminister Reul vermutet hinter dem Kurzschluss an einem Umspannwerk bei Köln einen Angriff aus dem Ausland oder einen linksextremistischen Hintergrund.

Düsseldorf (epd). Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk bei Köln sieht der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) den „Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage“. Auf Basis der bisherigen Ermittlungen gehe er von einem Angriff aus dem Ausland oder einem linksextremistischen Hintergrund aus, sagte Reul am Mittwoch in Düsseldorf. Die Ermittlungen laufen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine vorsätzliche Tat und nicht um einen technischen Defekt handelte.

Am Dienstagabend gegen 20 Uhr wurde die Polizei zu dem Umspannwerk des Unternehmens Amprion in Bergheim gerufen, wie der Innenminister erklärte. Es seien grelle Lichtblitze zu sehen gewesen. Ein Kurzschluss habe mehrere Leitungen betroffen. Durch den Vorfall fielen laut Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) fünf Braunkohle-Blöcke des Energieversorgers RWE Power aus. Für Bürgerinnen und Bürger sei die Stromversorgung aber „zu keinem Zeitpunkt gefährdet“ gewesen.

Zwei ähnliche Vorfälle in 24 Stunden

Die Ministerin verwies auf einen ähnlichen Vorfall an einem Umspannwerk nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Dort waren am Dienstag Sprengstoffvorrichtungen gefunden worden. Bei zwei ähnlichen Vorfällen innerhalb von 24 Stunden handele es sich um eine „Frage der nationalen Sicherheit“, sagte Neubaur. Wer ein Umspannwerk angreife, „greift unser Land an“, betonte Reul.