Berlin (epd). Die Bundesregierung will die Betreuung und Förderung in Kitas stärker standardisieren und den Entwicklungsstand der Kinder besser erfassen. Künftig sollen bei allen Vierjährigen die Sprachentwicklung und weitere Fähigkeiten dokumentiert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch auf Initiative des Bundesfamilienministeriums beschloss. Wenn sich dabei Defizite zeigen, sollen entsprechende Fördermaßnahmen folgen.
Für die neuen Aufgaben sollen die Kitas dem Gesetzentwurf zufolge feste personelle Kapazitäten bekommen. Zusätzliches Personal ist außerdem für Einrichtungen vorgesehen, die einen „erhöhten Anteil von Kindern in herausfordernden Lebenslagen“ haben. Dazu zählen Kinder aus armen Familien, mit geringen Deutschkenntnissen und von Eltern mit niedrigen formalen Bildungsabschlüssen.
Prien: „Entscheidende Weichenstellung“
Familienministerin Karin Prien (CDU) nannte das Gesetzesvorhaben „die entscheidende bildungspolitische Weichenstellung“ der laufenden Wahlperiode. „Die Schere zwischen Kindern mit niedrigem und hohem sozio-ökonomischen Status öffnet sich schon vor dem Schuleintritt und kann danach kaum mehr geschlossen werden.“ Mit individueller Förderung im Kita-Alter könne dem entgegenwirkt werden, erklärte Prien.
Für die zusätzlichen Kosten durch die neuen Vorgaben stellt der Bund den Ländern rund 9,25 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2034 in Aussicht. Die verschiedenen Vorschriften des „KiTa-Startchancen- und -Qualitätsentwicklungsgesetzes“ sollen ab 2027 stufenweise in Kraft treten. Mit dem Entwurf befassen sich als Nächstes der Bundestag und der Bundesrat.



