Heidelberg (epd). Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg Strafanzeige und Strafantrag gegen den AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla gestellt. Dem Politiker werden Volksverhetzung und Beleidigung vorgeworfen, wie der Zentralrat am Dienstag mitteilte. Anlass ist eine Rede Chrupallas bei einer Wahlkampfveranstaltung am vergangenen Wochenende im mecklenburgischen Grimmen. Chrupalla sagte in der auf dem Youtube-Kanal der Partei festgehaltenen Rede mit Blick auf einen kürzlichen Waffenfund in einem Wald bei Berlin, die Waffen hätten „wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren, beim Pilzesuchen“.
Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, verurteilte die Äußerungen scharf. Dass 81 Jahre nach Auschwitz wieder auf zynische Art gegen Sinti und Roma gehetzt werde, mache fassungslos. Die AfD schüre Angst und verbreite Hass gegen Minderheiten, um Menschen auszugrenzen und zu stigmatisieren. In der politischen Auseinandersetzung mit der Partei gehe es um die Sicherung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Frieden.
Staatsanwaltschaft bestätigt Eingang der Anzeige
Die Staatsanwaltschaft Heidelberg bestätigte den Eingang der Strafanzeige. Allerdings werde das Verfahren voraussichtlich an die für den Tatort in Mecklenburg-Vorpommern zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben, erklärte der Erste Staatsanwalt Jonathan Waldschmidt auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd).



