Leipzig, Berlin (epd). Die Bundesregierung plant nun doch für das nächste Jahr Geld für einen Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig ein. Im Regierungsentwurf zum Haushalt 2027 sei „bedarfsgerecht ein Betrag von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen“, bestätigte eine Sprecherin von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Dienstag in Berlin.
Die Mittel seien in einem „eigens dafür neu eingebrachten Titel“ im Bereich „Zuschüsse für Investitionen“ veranschlagt. Zuvor hatte unter anderem die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet. Die Gesamtkosten des Baus werden auf rund 156 Millionen Euro beziffert. Die Sprecherin des Kulturstaatsministers erklärte, Weimer werde sich „auch in den Folgejahren für eine weitere Finanzierung einsetzen“.
Fertigstellung des Magazinbaus frühestens 2032
Die Bibliothek in Leipzig äußerte sich zuversichtlich: Falls der Haushalt mit den Baukosten verabschiedet werde, könne mit dem Erweiterungsbau spätestens Ende 2027 begonnen werden. Die Fertigstellung des Magazinbaus werde dann für 2032 erwartet, hieß es. Eine Erweiterung werde dringend gebraucht, denn die Kapazitäten seien nahezu ausgeschöpft.
Im Frühjahr hatte Weimer mit der Ankündigung, das lange geplante Vorhaben in Leipzig zu stoppen, für Kritik gesorgt. Die Nationalbibliothek mit Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main verwahrt rund 53 Millionen Medienwerke. Sie sammelt alle Veröffentlichungen, die seit 1913 in Deutschland oder auf Deutsch erschienen sind. Am Mittwoch feiert die Leipziger Einrichtung ihren 110. Geburtstag.



