Patriarch Bartholomäus mahnt: Ökologische Krise stoppen

Patriarch Bartholomäus mahnt: Ökologische Krise stoppen
Zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September hat Patriarch Bartholomäus vor den Folgen einer weiteren Ausbeutung der Natur gewarnt. Ökologische Verantwortung müsse zum Maßstab persönlichen Handelns und globaler Politik werden.

Genf (epd). Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus hat zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September vor einer Ausweitung der ökologischen Krise gewarnt. Die Menschheit müsse aufhören zu glauben, die Erde könne die Folgen menschlichen Handelns dauerhaft verkraften und die Natur „werde sich von selbst erholen“, heißt es in einer am Dienstag vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf verbreiteten Botschaft des Ehrenoberhauptes der Weltorthodoxie. Danach forderte Bartholomäus, ökologische Verantwortung als „kategorischen Imperativ“ zu verstehen - im persönlichen Handeln ebenso wie auf globaler Ebene.

Patriarch Bartholomäus verglich das vorherrschende Modell menschlichen Verhaltens mit dem „törichten reichen Mann“ aus dem Lukas-Evangelium. Auch der heutige Mensch missachte die Grenzen der Natur im Namen wirtschaftlicher Interessen, des Konsumdenkens und der Befriedigung „unersättlicher Bedürfnisse“. Die weltweite Neigung, die Natur zu manipulieren, für eigene Zwecke zu nutzen und auszubeuten, werde für das Leben auf der Erde tragische Folgen haben, erklärte der Patriarch weiter.

Ökumenischer Kontext

Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz im heutigen Istanbul führte den Gedenktag zur Bewahrung der Schöpfung 1989 ein. Papst Franziskus rief 2015 den 1. September als Weltgebetstag für die katholische Kirche aus. Damit griff er die orthodoxe Tradition auf und stellte so den Weltgebetstag in einen ökumenischen Kontext. Jahr für Jahr rufen Kirchen unterschiedlicher Konfessionen - auch in Deutschland - zudem gemeinsam vom 1. September bis 4. Oktober zur Schöpfungszeit zum Schutz der Umwelt auf.

Dem Ökumenischen Rat der Kirchen gehören mehr als 350 Kirchen, Denominationen und kirchliche Gemeinschaften in mehr als 120 Ländern weltweit an, die wiederum über 580 Millionen Christinnen und Christen vertreten. Die römisch-katholische Kirche ist kein Mitglied.