Weitere Abschiebung nach Afghanistan

Weitere Abschiebung nach Afghanistan
Am Dienstag gab es einen weiteren Abschiebeflug nach Afghanistan. 22 straffällig gewordene Männer wurden in ihr von den radikal-islamischen Taliban regiertes Heimatland zurückgebracht. Die Ausweitung der Abschiebungen stößt weiter auf Kritik.

Berlin (epd). Deutschland hat weitere Menschen nach Afghanistan abgeschoben. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag mitteilte, wurden 22 afghanische Männer, die strafrechtlich in Erscheinung getreten seien, in ihr Heimatland zurückgebracht. Seit Beginn dieser Wahlperiode vor anderthalb Jahren seien damit 250 afghanische Staatsangehörige abgeschoben worden.

An Bord des Flugzeugs waren den Angaben zufolge ausnahmslos Straftäter. Die Abschiebungen wurden inzwischen aber auch ausgeweitet. Auch Afghanen ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen, können mittlerweile abgeschoben werden. Die Bundesregierung hatte jüngst auch die Einreise eines Teams des afghanischen Regimes bewilligt. Es soll nach deren Angaben dafür sorgen, dass in den Auslandsvertretungen Afghanistans die technischen Voraussetzungen etwa für die Erstellung von Pässen geschaffen werden.

Pro Asyl: Bundesregierung wertet Taliban politisch auf

Bei Menschenrechtsorganisationen stößt diese Form der Zusammenarbeit mit dem radikal-islamistischen Regime auf scharfe Kritik. „Mit jedem weiteren Visum wertet die Bundesregierung das international geächtete Taliban-Regime politisch auf“, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführerin Helen Rezene dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND, Dienstag). „Sie öffnet den Taliban die Tür nach Deutschland und damit nach Europa.“ So entstehe eine dauerhafte Zusammenarbeit „mit einem islamistischen Gewaltregime, das die afghanische Bevölkerung terrorisiert und Frauen und Mädchen systematisch entrechtet.“