Gedenken an NS-Überfall auf Polen vor 87 Jahren

Gedenken an NS-Überfall auf Polen vor 87 Jahren
Die NS-Verbrechen in Polen wurden jahrzehntelang in Deutschland wenig beachtet. Seit rund einem Jahr gibt es dafür in Berlin zumindest einen temporären Gedenkort.

Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat zum 87. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs an die Opfer des deutschen Überfalls auf Polen erinnert. „Der Krieg und die deutsche Besatzung brachten unermessliches Leid über Polen und seine Bevölkerung“, erklärte Weimer am Dienstag in Berlin. An die Millionen Opfer der deutschen Aggression zu erinnern, „sind wir ihnen und ihren Nachkommen schuldig“.

Zugleich kündigte Weimer an, dass die Errichtung des geplanten Denkmals für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen zwischen 1939 und 1945 im kommenden Jahr starten soll. Derzeit laufe noch der Gestaltungswettbewerb. Im Dezember werde ein Preisgericht über einen Siegerentwurf beraten.

Temporärer Gedenkort

Das Denkmal soll auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper unweit des Bundeskanzleramts und des Reichstagsgebäudes entstehen. Bereits im Juni vergangenen Jahres war dort ein temporärer Gedenkort eingeweiht worden. Für Dienstagnachmittag war dort eine Gedenkveranstaltung geplant.

Die deutsche Wehrmacht hatte am 1. September 1939 Polen überfallen und damit den Zweiten Weltkrieg in Europa ausgelöst. Für Polen bedeuteten fünfeinhalb Jahre deutscher Besatzungsherrschaft mehr als fünf Millionen zivile Tote, darunter rund drei Millionen ermordete jüdische Kinder, Frauen und Männer, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Dienstag in Berlin erklärte.