Berlin (epd). Die Kosten für die Miete versetzen laut Deutschem Mieterbund viele Menschen zunehmend in Sorge und führen zu Einschränkungen an anderen Stellen im Alltag. Wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Mietenreport hervorgeht, hat fast ein Drittel (29 Prozent) der Mieterinnen und Mieter Angst, sich die Miete zukünftig nicht mehr leisten zu können. Rund die Hälfte der Mieterinnen und Mieter gab in der für den Report beauftragten Umfrage an, wegen der Miete auf Investitionen in die Altersvorsorge verzichtet oder sich bei Urlaub und notwendigen Anschaffungen beschränkt zu haben.
„Die Wohnungskrise wird zur Sozialstaatskrise“, sagte die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz, bei der Vorstellung des Reports. Sie hob hervor, dass ein Viertel der Mieterinnen und Mieter in der Umfrage angaben, sogar an gesunden Lebensmitteln zu sparen, um sich die Wohnung leisten zu können. Für die repräsentative Umfrage wurden den Angaben zufolge Ende Juni und Anfang Juli 1.021 Mieterinnen und Mieter vom Meinungsforschungsinstitut forsa befragt.
Mieterbund kritisiert Kürzungspläne beim Wohngeld
Für den Report wurden Weber-Moritz zufolge zudem Statistiken und Studien ausgewertet. Sie zeigten, dass Deutschland nach wie vor ein Land der Mieterinnen und Mieter sei. Gut die Hälfte der Bevölkerung (52,8 Prozent) wohnt demnach zur Miete. Europaweit sei das der erste Platz.
Die Präsidentin des Mieterbundes kritisierte in scharfer Form die Pläne der Koalition von Union und SPD, beim Wohngeld zu sparen. „Leistungskürzungen senken keine Mieten“, sagte Weber-Moritz. Es drohe vielmehr, dass die von Kürzungen betroffenen Haushalte dann in andere, häufig teurere Sicherungssysteme wechseln müssten. Der Mieterbund forderte stattdessen Maßnahmen, die den Mietenanstieg stoppen, bezahlbare Wohnungen schaffen und Mieterrechte stärken.



