Berlin (epd). Menschen mit Migrationshintergrund stehen dem Parteienspektrum laut einer Studie skeptischer gegenüber als Menschen ohne Migrationsgeschichte. Bei Befragten mit Migrationshintergrund sei der Anteil derer, die eine bestimmte Partei für wählbar halten, im Vergleich zur vorangegangenen Befragung sogar zurückgegangen, ergab eine am Montag in Berlin präsentierte Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Die Forschenden verglichen dafür zwei Befragungswellen im Winter 2023/2024 und im Winter 2024/2025.
Insbesondere Teilnehmende mit Bezug zur früheren Sowjetunion sowie zur Mittlerer Osten-Nordafrika-(MENA)/Türkei-Region schätzten Parteien mittlerweile eher als weniger wählbar ein. Im Gegensatz dazu hätten sich bei Menschen ohne Migrationshintergrund zwischen den zwei Zeiträumen wenig Veränderungen ergeben.
AfD erfährt stärkste Ablehnung
Die AfD erfuhr demnach über alle Gruppen hinweg die stärkste Ablehnung: Etwa 65 Prozent der Befragten habe angegeben, die Partei keinesfalls zu wählen. Besonders ausgeprägt sei dies mit rund 80 Prozent bei Menschen mit MENA-/Türkei-Bezug. Am ehesten können sich Befragte aus der früheren Sowjetunion (45 Prozent) vorstellen, die AfD zu wählen, deutlich häufiger, als Menschen ohne Migrationshintergrund (28 Prozent). Über alle Gruppen hinweg wurden die CDU und die SPD am seltensten kategorisch abgelehnt.
Zugleich wiesen die Autoren darauf hin, dass die Herkunftsregion einer Person nur einer von mehreren Faktoren sei: Geschlecht, Alter und Einkommen würden ebenso deutlich oder gar deutlicher ins Gewicht fallen.



