Frankfurt a.M., Bogotá (epd). Der neue kolumbianische Präsident, Abelardo de la Espriella, hat die Gespräche seines Vorgängers mit bewaffneten Gruppen beendet. „Es gibt keinen Raum für Dialog mit denjenigen, die weiter auf Gewalt setzen“, sagte er in einer über das Fernsehen übertragenen Rede am Sonntagabend (Ortszeit). Er mache Schluss mit den Euphemismen - wer die Bevölkerung angreife, sei ein Terrorist und müsse wie ein Terrorist mit der Macht des Staates verfolgt werden.
In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Rebellengruppen und paramilitärischen Milizen, bei dem Hunderttausende Menschen getötet und rund neun Millionen vertrieben wurde. De la Espriellas Vorgänger, der erste linke Präsident des Landes, Gustavo Petro, hatte sich für seine Amtszeit vorgenommen, das Land zu befrieden, in dem die Regierung mit allen bewaffneten Gruppen verhandeln sollte. Viele dieser Gespräche sind jedoch gescheitert.
Kinder und Frauen bei Bombardierung getötet
Der Rechtspopulist und Unternehmer de la Espriella, der das Präsidentenamt am 7. August übernommen hat, hatte bereits im Wahlkampf ein Ende von Gesprächen und die Bekämpfung von Rebellen und Paramilitärs durch die Sicherheitskräfte angekündigt. So hat die Armee inzwischen mit der Bombardierung von bewaffneten Gruppen begonnen. Laut der Tageszeitung „El Tiempo“, die sich auf Quellen bei der Gerichtsmedizin stützt, sind beim zweiten solchen Angriff am Donnerstag zehn Personen getötet worden. Darunter seien drei Kinder, berichtete die Zeitung am Sonntag (Ortszeit). Bei vier der neun identifizierten Opfer handele es sich um weibliche Personen.
Bereits am Freitag hatte de la Espriella die Ernennungen mehrerer Regierungsvertreter für Gespräche mit drei bewaffneten Gruppen aufgehoben. Es handelt sich um zwei Splittergruppen der 2016 durch einen Friedensvertrag entwaffneten Farc-Guerilla und einer paramilitärischen Gruppierung.



