Wiesbaden (epd). Unter jungen Menschen in Deutschland gibt es mehr Männer als Frauen, in älteren Bevölkerungsgruppen dominieren dagegen Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt, das die Geschlechterverteilung in der Bevölkerung zum Stichtag 31. Dezember 2025 untersucht und die Ergebnisse am Montag in Wiesbaden veröffentlicht hat. Über alle Altersgruppen hinweg hat Deutschland demnach aber einen Frauenüberschuss: Bundesweit kämen 1.027 Frauen auf 1.000 Männer.
Ein Grund für den Männerüberschuss in jüngeren Bevölkerungsgruppen sei, „dass grundsätzlich etwa fünf Prozent mehr Jungen als Mädchen geboren werden“. Zudem seien etwas mehr Männer als Frauen nach Deutschland eingewandert.
Kipppunkt bei 50 Jahren
Ende vergangenen Jahres kamen bei den Unter-18-Jährigen rechnerisch 947 weibliche Jugendliche auf 1.000 männliche. Am stärksten war der Männerüberschuss mit einem Verhältnis von 912 Frauen zu 1.000 Männern in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Das Verhältnis dreht sich ab 50 Jahren aufwärts um: Bei den 50- bis 64-Jährigen kommen bundesweit 1.011 Frauen auf 1.000 Männer. Bei Menschen ab 65 Jahren aufwärts ist der Frauenüberschuss mit 1.260 je 1.000 Männern besonders deutlich.
Regional aufgeschlüsselt seien Männer Ende 2025 bei den Unter-18-Jährigen und bei den 18- bis 29-Jährigen in allen Bundesländern in der Überzahl gewesen. Am höchsten war der Männerüberschuss bei den 18- bis 29-Jährigen demnach in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. Auch in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren verzeichneten die Statistiker in allen Bundesländern einen Männerüberschuss.
Junge Frauen wandern von Ost nach West ab
Wegen der Abwanderung vor allem junger Frauen aus östlichen in westliche Bundesländer leben in den fünf östlichen Flächenländern auch in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen mehr Männer als Frauen. In der Altersgruppe der mindestens 65-Jährigen gibt es in allen Bundesländern mehr Frauen als Männer.
Mehr Frauen als Männer errechnete die Statistikbehörde für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Am ausgeglichensten sei das Geschlechterverhältnis an Silvester 2025 in Baden-Württemberg, Bayern und Bremen gewesen.



