Putschversuch im Niger

Putschversuch im Niger
In der Nacht zu Samstag ist es im Niger zu einem Putschversuch gekommen. Soldaten der Armee hätten gemeutert, hieß es. Die Lage ist laut Verteidigungsministerium aber unter Kontrolle

Nairobi, Niamey (epd). Im Sahelstaat Niger hat sich in der Nacht zu Samstag ein Putschversuch ereignet. Wie das Verteidigungsministerium am Samstag im Staatsfernsehen erklärte, hätten meuternde Soldaten in der Nacht mehrere wichtige Orte in der Hauptstadt Niamey angegriffen, darunter den Flughafen, den staatlichen Fernsehsender sowie eine Militärbasis. Über Nacht waren Schüsse und Explosionen zu hören, berichtete das Nachrichtenportal „ActuNiger“.

Der Sendebetrieb des staatlichen Fernsehsenders war für mehrere Stunden unterbrochen. Laut Verteidigungsministerium konnte die Armee die Kontrolle über alle Orte zurückerobern und Ruhe wiederherstellen. Das Ministerium forderte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. „ActuNiger“ berichtete am Samstagnachmittag von anhaltender Verwirrung in Niamey.

Machthaber durch Putsch ins Amt gekommen

Ende Juli 2023 hatte sich der aktuelle Regierungschef General Abdourahamane Tchiani selbst an die Macht geputscht. Gemeinsam mit Mali und Burkina Faso, wo ebenfalls das Militär regiert, ist Niger Teil der sogenannten „Sahel-Allianz“, die sich gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich positioniert und jegliche Zusammenarbeit beendet hat.