SOS Humanity rettet bei zwei Einsätzen 71 Menschen

SOS Humanity rettet bei zwei Einsätzen 71 Menschen
Mit ihrem neu in Dienst gestellten, zweiten Rettungsschiff hat die Hilfsorganisation SOS Humanity Dutzende Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet.

Berlin (epd). Genau eine Woche nach dem ersten Auslaufen hat das neue Rettungsschiff Humanity 2 die ersten Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Wie die Hilfsorganisation SOS Humanity am Samstag in Berlin mitteilte, nahm ihr zweites Schiff bei zwei Einsätzen am Freitag und Samstag insgesamt 71 Menschen von seeuntüchtigen Booten an Bord.

Die erste Rettung erfolgte den Angaben zufolge am Freitagmittag. Die Besatzung der Humanity 2 habe in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste ein kleines, seeuntüchtiges Glasfaserboot mit zwölf Personen an Bord gesichtet. Die vier Frauen und acht Männer an Bord seien am Donnerstagabend von Zuwarah in Libyen aus in See gestochen und ohne Rettungswesten und ohne Navigationsausrüstung unterwegs gewesen. „Die Besatzung verteilte Rettungswesten und brachte alle sicher an Bord der Humanity 2“, hieß es.

Gerettete in schlechtem Gesundheitszustand

Auf der Fahrt nach Norden habe die Crew am frühen Samstagmorgen ein zweites Boot in Seenot entdeckt. Das Boot sei mit 59 Personen überbesetzt gewesen und am Freitagabend von Libyen aufgebrochen. Alle 59 seien an Bord des Rettungsschiffes genommen worden. Viele Überlebende waren laut SOS Humanity geschwächt und dehydriert. Zudem habe das medizinische Team der Humanity 2 bei den Geretteten insgesamt drei Knochenbrüche feststellt.

Auf Anweisung der italienischen Behörden sei die Humanity 2 zum zugewiesenen sicheren Hafen Lampedusa gefahren, wo alle Geretteten am Samstagmittag von Bord gebracht wurden. Am Freitag vor einer Woche war das neue Schiff von SOS Humanity von Syrakus auf Sizilien in den Rettungseinsatz ausgelaufen. Die ehemalige Segeljacht war den Angaben zufolge in neun Monaten von ehrenamtlichen Helfern in der sizilianischen Werft in Licata für den Rettungseinsatz umgebaut worden.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen. Eine staatlich organisierte Seenotrettung gibt es nicht. Lediglich die Besatzung von Schiffen privater Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen.