Experte: Klimaschutz entscheidend gegen steigendes Waldbrandrisiko

Experte: Klimaschutz entscheidend gegen steigendes Waldbrandrisiko
Die Klimakrise lässt die Waldbrandgefahr in Europa massiv steigen. Monitoring und Waldumbau könnten die Folgen begrenzen. Doch ursächlich helfen nach Einschätzung eines Klimaforschers vor allem weniger Treibhausgase.
29.08.2026
epd
epd-Gespräch: Von Gundula Haage

Berlin (epd). Gegen die zunehmende Waldbrandgefahr in Europa braucht es nach Einschätzung des Klimaforschers Maik Billing neben Anpassungsmaßnahmen vor allem mehr Klimaschutz. „Heiße, trockene und windige Bedingungen“ des sogenannten Feuerwetters seien der wichtigste Treiber für ein steigendes Brandrisiko, sagte Maik Billing vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Neben Brandmonitoring, gezieltem Waldumbau und Anpassungsmaßnahmen sei es darum besonders wichtig, die Treibhausgasemissionen weiter zu verringern.

Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen seien „nicht gegeneinander austauschbare Strategien zur Reduzierung des zukünftigen Waldbrandrisikos“, erklärte der Leitautor einer PIK-Studie zur Waldbrandgefahr in Europa. Durch den Klimawandel werde es in Zukunft deutlich häufiger zu Feuerwetter kommen, wobei ein Vielfaches der heute betroffenen Flächen brennen könnte.

Verbrannte Fläche könnte sich verdreifachen

Bei einem prognostiziertem Temperaturanstieg um 3,6 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts könnte sich die jährlich von Waldbränden betroffenen Fläche in der EU laut der Studie nahezu verdreifachen. Selbst bei einer Erderwärmung von nur etwa 1,8 Grad Celsius würde die verbrannte Fläche deutlich zunehmen. Auch Länder wie Deutschland, in denen großflächige Brände bisher eher selten waren, wären stärker betroffen.

Mehr Prävention und bessere Brandbekämpfung

Neben verstärktem Klimaschutz gebe es mehrere konkrete Ansatzpunkte, um das Waldbrandrisiko zu verringern, erklärte Billing. Dazu gehörten „klimaresilientere und stärker gemischte Wälder“ sowie „gezieltes Management von brennbarer Biomasse und Waldstrukturen“, aber auch eine bessere Früherkennung durch Kameras, Satelliten oder Drohnen.

Wichtig seien zudem eine gute Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehren sowie ausreichende Löschwasserinfrastruktur und befahrbare Waldwege, um im Fall eines Brandes schnell eingreifen zu können. Um Brandursachen zu vermeiden, spiele Aufklärung der Bevölkerung ebenfalls eine wichtige Rolle, betonte der Forscher.

Die PIK-Studie erschien inmitten einer schweren Waldbrandsaison in Europa: Bis zum Stichtag 12. August brannten in der EU nach Angaben des europäischen Waldbrand-Informationssystems rund 550.000 Hektar, rund doppelt so viel wie in den Vergleichsjahren.