Nairobi, Lusaka (epd). In Sambia ist der unterlegene Präsidentschaftskandidat Brian Mundubile verhaftet und verhört worden. Der Politiker und sein Parteikollege Makebi Zulu seien in der Hauptstadt Lusaka in Polizeigewahrsam genommen und wegen Hochverrats angeklagt worden, schrieb Mundubiles Team am Donnerstagabend auf der Internetplattform X. Der Wahlverlierer wollte gegen das Ergebnis der Abstimmung Mitte August vor Gericht gehen.
Am Montag war die Frist für einen Widerspruch gegen die Wahlergebnisse abgelaufen. Die Regierung hatte an dem Tag die Schließung der Gerichte angeordnet, angeblich aus Sicherheitsgründen. Vertreter die Zivilgesellschaft hatten vergeblich versucht, ihre Petitionen einzureichen.
Festnahmen bereits nach der Wahl
Präsident Hakainde Hichilema, der seit 2021 regiert, hatte die Wahlen vom 13. August laut offiziellen Ergebnissen mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Auszählung war aufgrund von Gewalt zwischenzeitlich für mehrere Stunden ausgesetzt. Hichilemas Vereidigung für weitere fünf Jahre als Staatsoberhaupt ist für den 1. September geplant.
Bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte am Tag nach der Wahl wurden laut Polizeiangaben elf Oppositionsanhänger festgenommen und Waffen sichergestellt, der ehemalige Transportminister Mutotwe Kafwaya wurde bei dem Einsatz erschossen. Ihnen werde eine Verschwörung zum Hochverrat vorgeworfen, hieß es. Im Rahmen der weiteren Untersuchungen ist Mundubile nun verhört worden.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, äußerte sich besorgt über die Entwicklungen vor und nach der Wahl. Er forderte die sambische Regierung dazu auf, willkürliche Verhaftungen zu unterlassen. Es sei von „entscheidender Bedeutung, die Achtung der Menschenrechte zu wahren und sicherzustellen, dass etwaige Beschwerden im Zusammenhang mit den Wahlen friedlich vorgebracht und geklärt werden“.



