Kaiser Otto I. bekommt neuen Sarg aus Titan, Gold und Silber

Kaiser Otto I. bekommt neuen Sarg aus Titan, Gold und Silber
Ein Wettbewerb brachte zeitgenössische Kunst und mittelalterliches Erbe zusammen. Weil der Holzsarg Kaiser Ottos des Großen nicht mehr zu verwenden war, werden seine Gebeine am Dienstag neu bestattet.

Magdeburg, Halle (epd). Die Gebeine Kaiser Ottos des Großen (912-973) sollen am Dienstag in einem neu gestalteten Sarg im Magdeburger Dom wieder beigesetzt werden. Der aus Titan, Feinsilber, Feingold und Blattgold gefertigte Sarg der Hallenser Schmuckkünstlerin Silke Trekel verbinde historische Symbolik mit zeitgenössischer Kunst, teilte die Kunststiftung Sachsen-Anhalt am Donnerstag in Halle mit. Er sei bewusst nicht als historisierende Nachbildung gestaltet.

Zu dem Festgottesdienst mit den beiden Bischöfen Friedrich Kramer und Gerhard Feige werden am Dienstag unter anderem auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) erwartet. Ein neuer Sarg war notwendig geworden, nachdem bei der Öffnung des Steinsarkophags im vergangenen Jahr irreparable Beschädigungen an einem darin befindlichen Holzsarg festgestellt wurden. Daraufhin hatte die Kunststiftung einen Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung eines neuen Behältnisses für die Gebeine des mittelalterlichen Herrschers ausgelobt.

Anknüpfung an Neugestaltung des Sargs von Königin Editha

Zehn ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten der Kunststiftung waren eingeladen, Entwürfe vorzulegen. Eine Jury kürte im November 2025 Trekels Entwurf „Torsion und Konsolidierung“ zum Sieger. Der Wettbewerb knüpft an ein früheres Projekt zur Neugestaltung des Sargs der ersten Gemahlin von Otto I., Königin Editha (910-946), an. Die Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Manon Bursian, sagte, der neue Entwurf zeige, wie kulturelles Erbe mit den Mitteln der Gegenwartskunst neu befragt werden könne.