Berlin (epd). Die Zahl der Hitzetoten in diesem hitzegeprägten Sommer steigt weiter an: Seit Jahresbeginn sind rund 15.800 Menschen in Deutschland infolge hoher Temperaturen gestorben, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag basierend auf aktuellen Schätzungen mit Stichtag 26. Juli mitteilte. Damit gab es allein in den knapp sieben Monaten seit Jahresbeginn bereits mehr Hitzetote als in jedem einzelnen gesamten Jahr seit 2016. Zum Vergleich: Der bisherige Höchstwert wurde im insgesamt heißen Jahr 2018 mit rund 9.000 hitzebedingten Todesfällen verzeichnet.
Deutlich über die Hälfte dieser Hitzetoten, etwa 9.600, geht laut dem RKI auf die Rekordhitzewelle Ende Juni zurück, die Extremtemperaturen von knapp 42 Grad Celsius mit sich brachte. Der Juni 2026 war nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Etwa 4.000 Todesfälle gehen demnach auf die ebenfalls heißen Wochen Ende Juli bis Mitte August zurück. Für diesen Zeitraum werden die Todeszahlen mutmaßlich noch steigen, da einige Bundesländer ihre Daten mit einer Verzögerung von mehreren Wochen übermitteln.
Rund 12.000 ältere Menschen hitzebedingt gestorben
Hohe Temperaturen sind vor allem für ältere Menschen gefährlich: Ab einem Alter von 75 steigt die Übersterblichkeit durch Hitze laut den RKI-Zahlen stark an, fast 11.900 der Hitzetoten in diesem Jahr waren älter als 75. Allerdings gab es auch rund 1.500 Hitzetote, die jünger als 65 waren.
Hitzeperioden in Deutschland führen laut RKI regelmäßig zu einem Anstieg der Todeszahlen. Hitze ist dabei selten die alleinige Todesursache. Meist führt eine Kombination aus hohen Temperaturen und Vorerkrankungen zum Tod. Da Hitze auf Totenscheinen normalerweise nicht als Todesursache angegeben wird, schätzt das RKI die Zahl der Hitzetoten mithilfe statistischer Verfahren.



