Lima, Bogotá (epd). Das kolumbianische Verfassungsgericht hat die umfassende Rentenreform der Vorgängerregierung weitgehend bestätigt. Lediglich neun Artikel des noch unter dem ehemaligen linken Präsidenten Gustavo Petro auf den Weg gebrachten Gesetzespakets seien ins Parlament zurückverwiesen worden, berichtete die Zeitung „El Tiempo“ am Dienstag (Ortszeit).
Mit der Reform soll in Kolumbien ab April 2027 ein allgemeiner solidarischer Grundpfeiler im Rentensystem eingeführt werden, der die bisherige private Vorsorge als Basis der Rente ersetzt. Erstmals etwa wird eine aus den allgemeinen Beiträgen finanzierte Mindestrente von umgerechnet 64 Euro eingeführt.
Petro: „Triumph des Wandels“
Ex-Präsident Petro, der bis zum 7. August regiert hatte, begrüßte die Entscheidung. Die sei ein „weiterer Triumph der Regierung des Wandels und der Arbeiterklasse“, schrieb Petro auf der Internetplattform X. Die Rentenreform war ein Wahlversprechen von 2022, das bislang unerfüllt blieb. Kolumbiens neuer ultrarechter Präsident Abelardo de la Espriella äußerte sich nicht zum Urteil. Er gilt als Befürworter privater Altersversorgung.
Bereits 2023 hatte die Regierung unter Petro die Rentenreform ins Parlament eingebracht. Nachdem das Projekt im Jahr 2025 von beiden Kammern des Kongresses angenommen wurde, reichten Abgeordnete der rechten Opposition eine Klage beim Verfassungsgericht ein, wodurch die Umsetzung der Reform vorerst pausiert wurde.
Altersarmut in Kolumbien
Aktuell leben in Kolumbien laut offiziellen Angaben rund 20 Prozent aller Menschen mit einem Alter von über 65 Jahren in Armut. Im Jahr 2020 konnten laut einer Umfrage der nationalen Statistikbehörde nur etwa ein Viertel aller Menschen im rentenfähigen Alter von ihren Altersbezügen leben.



