Social-Media-Kampagne gegen Rechtsextremismus

Social-Media-Kampagne gegen Rechtsextremismus
Rechtsextreme Ideologien verbreiten sich über digitale Medien weitaus schneller als zuvor. Gedenkstätten wollen dem nun mit einer eigenen Social-Media-Kampagne begegnen.

Oranienburg (epd). Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und ein Erinnerungsnetzwerk wollen mit einer Social-Media-Kampagne rechtsextremen Geschichtserzählungen entgegentreten. Die Kampagne unter dem Hashtag #demokratierelevant sei am Montag gestartet worden, teilte die Stiftung in Oranienburg mit. Damit werde auf die Beobachtung reagiert, dass die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen zunehmend infrage gestellt werde. Die Kampagne laufe unter anderem auf Instagram, Facebook und Bluesky.

Die kritische Aufarbeitung der NS-Verbrechen sei für alle „gefährlich“, die Geschichte umdeuten, relativieren oder verdrängen wollen, um ihre politischen Ziele zu erreichen, betonte die Stiftung. Gerade im Umfeld von Wahlen werde die öffentliche Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zum Ziel geschichtsrevisionistischer Angriffe. Zugleich werde die Arbeit der Gedenkstätten als „nicht neutral“ abgewertet und ihre öffentliche Förderung infrage gestellt.

Kritische Erinnerungskultur

Die Kampagne mache auch auf die Bedeutung einer kritischen Erinnerungskultur für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufmerksam, hieß es. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden im September neue Landesparlamente gewählt.

Nationalistische Geschichtsmythen und völkische Ideologien verbreiteten sich schnell, nicht zuletzt unter Jugendlichen, betonte die Stiftung: „Sie richten sich gegen die kritische Diskussion der Vergangenheit und drohen, Fundamente unseres Zusammenlebens zu untergraben: ein respektvolles und solidarisches Miteinander, das auf der Würde jedes einzelnen Menschen basiert.“