Greenpeace: Schäden von 36 Milliarden Euro durch Sommer

Greenpeace: Schäden von 36 Milliarden Euro durch Sommer
Der heiße, trockene Sommer 2026 verursacht laut einer Greenpeace-Berechnung volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Die Umweltschützer fordern Taten von der Bundesregierung.

Hamburg (epd). Der diesjährige Sommer in Deutschland verursacht nach einer Berechnung von Greenpeace volkswirtschaftliche Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro. Diese kämen durch Ernteausfälle, Waldbrände und Gesundheitskosten durch extreme Hitze und Trockenheit zusammen und entsprächen in der Summe knapp einem Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, teilte die Umweltschutzorganisation in Hamburg mit. In die Greenpeace-Berechnung seien unter anderem Schadensschätzungen aus den Bereichen Verkehr, Gesundheit, Forst- und Landwirtschaft sowie Produktivitätsverluste und Bildungskosten aufgrund der Hitze eingeflossen. Greenpeace forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

„Die Zahlen sind unmissverständlich: Ein Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, erklärte Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas. Die Bundesregierung müsse auf der anstehenden Kabinettsklausur „mit dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise reagieren“.

10,8 Milliarden Euro Schaden in der Arbeitswelt

Der größte Schadensposten entfällt laut Greenpeace auf die Arbeitswelt: Bei geschätzt 25 Hitzetagen würden sich hitzebedingte Produktivitätsverluste und -ausfälle auf 10,8 Milliarden Euro summieren. Die Gesamtschäden von mindestens 36 Milliarden Euro seien konservativ berechnet - mehrere Wirkungskanäle ließen sich nicht belastbar quantifizieren und blieben daher unberücksichtigt. Darunter fielen etwa die Folgeschäden der Waldbrände - vom Verlust an Biodiversität über Trinkwasser- und Erosionsschutz bis zur Regulierung des Mikroklimas. Vargas: „Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen.“