Bremen (epd). Der Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben gibt der Forstwirtschaft eine Mitschuld an den jüngsten Waldbränden. „Auslöser ist so gut wie immer Brandstiftung“, sagte Wohlleben im Interview mit dem „Weser Kurier“ (Samstag). „Aber ohne Brennmaterial würde nichts brennen - und dieses Material liefert die Forstwirtschaft.“
Während Buchen-Eichen-Wälder kaum Feuer fingen, sehe das bei Kiefern- oder Fichten-Plantagen sowie in Spanien und Portugal bei Kiefern- oder Eukalyptus-Plantagen anders aus, erläuterte Wohlleben. In Südfrankreich gebe es Seekiefern-Monokulturen auf Tausenden Quadratkilometern. „Also war es schon vorher ökologisch eine Katastrophe, was da jetzt abbrennt, und das mit Ansage.“
Bäume mit vielen ätherischen Ölen brennen leichter
Historische Studien zeigen laut Wohlleben: „Starke Waldbrände kamen erst mit intensiver Nutzung auf.“ Der Forstwirt sprach sich dafür aus, den Anbau nicht heimischer Nadelbäume in Deutschland zu verbieten. Aktuell werde dagegen viel Douglasie gepflanzt, obwohl unter ihr die geringste Grundwasserneubildung aller Baumarten stattfinde. „Ökologisch sind das 'grüne Wüsten'“, kritisierte Wohlleben. „Kaum Insekten überwintern dort, was gerade im Winter für die heimische Vogelwelt katastrophal ist. Und sie brennen hervorragend, weil sie viele ätherische Öle enthalten.“



