Chancencenter für Flüchtlinge ohne Bleiberecht

Chancencenter für Flüchtlinge ohne Bleiberecht
Viele Zuwanderer haben keine guten Aussichten auf ein Bleiberecht in Deutschland. In Brandenburg sollen sie nun die Möglichkeit bekommen, sich eine Aufenthaltsperspektive zu erarbeiten.

Frankfurt, Oder (epd). In Brandenburg können sich Geflüchtete ohne oder mit unklarer Bleibeperspektive künftig Möglichkeiten zu einem regulären Aufenthalt erarbeiten. Das sogenannte Chancencenter dafür in Frankfurt an der Oder wurde am Freitag offiziell eröffnet. In der bundesweit einmaligen Einrichtung sei es möglich, sich über Qualifikation und anschließende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eine Bleibeperspektive zu schaffen, teilte das Sozialministerium mit.

Sozialminister René Wilke (SPD) erklärte, über allem stehe ein Leitgedanke aus wenigen Sätzen: Wer Schutz brauche, müsse Schutz erhalten. Wer bleibe, solle schnell Teil der Gesellschaft werden. Wer kein Bleiberecht hat, müsse das Land wieder verlassen. Und der Staat müsse dies verlässlich organisieren.

Auf Zuwanderung angewiesen

Wilke betonte, Brandenburg sei auf Zuwanderung angewiesen. Die Erfahrung zeige zugleich, dass diese nicht von selbst zum Gewinn werde. Sie brauche Recht, klare Regeln, funktionierende Strukturen und Zeit. Sie brauche auch eine Gesellschaft, die bereit und willens sei, Menschen ankommen zu lassen, sowie „Hinzukommende, die Gegebenheiten annehmen und respektieren“.

Menschen mit unklarer Bleibeperspektive über Jahre nur unterzubringen und zu verwalten, helfe niemandem, betonte Wilke. Ziel der neuen Einrichtung sei unter anderem, gezielter zu fördern und „am Ende konsequenter“ zu unterscheiden, wer gehen muss und wer nicht. So werde eine neue Logik im Umgang mit Migration und Integration eröffnet und in die Praxis umgesetzt. Das Chancencenter ist Teil der Frankfurter Landesübergangseinrichtung der Zentralen Ausländerbehörde.