Geesthacht (epd). Ein massiver Ausbau von Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee kann Einfluss auf regionale Niederschläge haben. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht zeigt, dass dabei Niederschläge über dem Meer zunehmen und in Küstenregionen weniger werden, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Die Forschenden betonen, dass künftige Offshore-Windparks immer im Einklang mit der Umwelt geplant werden sollten. Als wichtigen Baustein der Energiewende plant die Europäische Union einen deutlichen Ausbau der Offshore-Windkapazität in der Nordsee bis 2050.
Laut Studie entstehen hinter Anlagen starke Unterschiede in der Luftbewegung, die einen verstärkten Austausch zwischen Luftschichten bewirken. Die Folge seien Wolkenbildung und Niederschläge über den Windparks. Gleichzeitig werde weniger Feuchtigkeit in Richtung Küste transportiert. Für Teile Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande und Großbritanniens seien Rückgänge der Küstenniederschläge von bis zu 15 Prozent möglich.
Verschiedene Ausbauszenarien simuliert
Die Forschenden nutzten das regionale Klimamodell „COSMO-CLM“, um verschiedene technische Ausbauszenarien der Offshore-Windenergie zu simulieren. Grundlage seien Wetterdaten aus den Jahren 2008 bis 2017.
Berücksichtigt wurden sämtliche Flächen in Nord- und Ostsee, die für eine mögliche Offshore-Windenergienutzung ausgewiesen seien. Noch sei allerdings unklar, welche Flächen künftig tatsächlich bebaut werden. Die Studie erschien im Fachjournal „Communications Earth & Environment“.



