Klimaforscher Latif fordert Aus für klimaschädliche Subventionen

Klimaforscher Latif fordert Aus für klimaschädliche Subventionen
Ein schnellstmögliches Ende von klimaschädlichen Subventionen fordert der Klimaforscher Mojib Latif von der Bundesregierung. Staatliche Unterstützung sollten nur Technologien erhalten, "die in die Zukunft weisen".

Düsseldorf, Berlin (epd). Der Klimaforscher Mojib Latif hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, klimaschädliche Subventionen schnellstmöglich abzuschaffen. „Staatliche Unterstützung sollte in Technologien gehen, die in die Zukunft weisen - nicht in solche, die an überkommenen Strukturen festhalten“, sagte der Wissenschaftler der „Rheinischen Post“ (Mittwoch) in Düsseldorf. In diesem Zusammenhang bezeichnete Latif etwa das Dienstwagenprivileg als „rückwärtsgewandt“.

Zudem rief der Meteorologe und Ozeanograph die schwarz-rote Bundesregierung dazu auf, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben - auch aus sicherheitspolitischen Gründen. „Lieferabhängigkeiten, geopolitische Konflikte und internationale Machtverschiebungen machen uns erpressbar. Deshalb sind erneuerbare Energien nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch der strategischen Unabhängigkeit“, sagte er.

Latif: Kampf um jedes Zehntelgrad lohnt sich

Im Kampf gegen die Erderwärmung lohne es sich, „um jedes Zehntelgrad zu kämpfen“, mahnte Latif. „Denn auch wenn die Pariser Klimaziele verfehlt werden sollten, macht es einen enormen Unterschied, ob die Erwärmung bei etwas über zwei Grad endet oder deutlich darüber hinausgeht.“

Den diesjährigen Sommer bezeichnete Latif als „tatsächlich außergewöhnlich, weil bereits eine Reihe von Allzeitrekorden gebrochen wurde“. Gleichwohl sei er „Teil einer Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Waldbrände, Niedrigwasser und extreme Hitze sind nichts Neues.“ Politik und Gesellschaft müssten aufhören, „nur darüber zu reden, was Klimaschutz kostet. Die Schäden, die durch unterlassenes Handeln entstehen, werden sehr viel teurer.“