Sachsen-Anhalt: Sekundärmigrationszentrum nimmt im August Arbeit auf

Sachsen-Anhalt: Sekundärmigrationszentrum nimmt im August Arbeit auf
Für Asylverfahren ist das EU-Land zuständig, in dem ein Geflüchteter angekommen ist. Manch einer reist trotzdem unerlaubt in andere europäische Länder weiter. Diese Menschen will Sachsen-Anhalt über ein neues Zentrum zurückführen.

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalt nimmt am 28. August ein Sekundärmigrationszentrum in Betrieb. Die Einrichtung in Halberstadt soll Platz für 150 alleinreisende Männer bieten, sagte Landesinnenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Dienstag in Magdeburg. Familien, Frauen und Kinder würden dort nicht untergebracht. Als Sekundärmigranten werden Geflüchtete bezeichnet, für deren Asylverfahren laut Dubliner Übereinkommen ein anderer EU-Staat zuständig ist. Über die Einrichtung in Halberstadt will Sachsen-Anhalt solche Personen in den zuständigen Mitgliedsstaat zurückführen.

Zieschang nannte das Zentrum ein Zeichen, dass es sich nicht lohne, innerhalb Europas weiterzureisen. Damit nutze das Land die Möglichkeiten des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, das im Juni in Kraft getreten ist. Darin erklärten sich unter anderem Mitgliedsstaaten an den Außengrenzen bereit, Sekundärmigranten zurückzunehmen.

Rund 30 Prozent sogenannte Dublin-Fälle

Den Angaben zufolge ist das Sekundärzentrum ein per Zaun abgetrennter Bereich auf dem Gelände der bestehenden Zentralen Anlaufstelle in Halberstadt. Es soll zwischen 22 und 6 Uhr abgeriegelt werden. Weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit seien möglich. Zieschang sagte, dass die Menschen sich nur wenige Monate in der Einrichtung aufhalten sollen. Sie würden von den Behörden zu einer freiwilligen Ausreise beraten und nötigenfalls in das zuständige EU-Land überstellt. Die Erfahrung zeige, dass es sich bei rund 30 Prozent der Asylsuchenden um sogenannte Dublin-Fälle handele.