Berlin (epd). Nach der Absage eines geplanten Schwimmnachmittags für schwarze Kinder und Jugendliche im temporären Berliner Volksbad vor der Volksbühne hat der betroffene Verein eine Welle der Solidarität erfahren. Innerhalb von wenigen Tagen wurden bis Dienstagmittag rund 83.500 Euro gesammelt, wie aus einem Spendenaufruf hervorgeht, der auf der Plattform „Go Fund Me“ veröffentlicht wurde.
Initiator Suraj Mailitafi hatte in einem Aufruf für Spenden für die Bildungs-, Jugend- und Empowermentarbeit des Vereins Each One Teach One (Eoto) gebeten. „Lasst uns gemeinsam zeigen, dass rassistische Drohungen nicht das letzte Wort haben“, schrieb er.
Rassistische Drohmails
Nach dem geplanten Schwimmnachmittag für Mitglieder des Vereins am Freitag habe es rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare gegenüber Eoto gegeben, heißt es in dem Aufruf weiter. Ziel der Aktion sei ein „schöner Sommerferien-Nachmittag“ für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen und deren Angehörige gewesen, heißt es in einer Stellungnahme von Eoto.
Vor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz lädt seit 7. August ein sogenanntes „Volksbad“ zum Schwimmen ein. Die temporäre Installation soll bis Anfang Oktober dauern. Das „Volksbad“ ist das erste Projekt des neuen Volksbühnen-Intendanten Matthias Lilienthal. Besucher können nach der Reservierung eines Zeitslots kostenlos und ohne die in Berliner Freibädern geltende Ausweispflicht schwimmen gehen. Das Theater versteht die Aktion auch als Protest gegen verfallende Infrastruktur in der Hauptstadt.



