Meißener Porzellan-Epitaph wird mit Fördermitteln restauriert

Meißener Porzellan-Epitaph wird mit Fördermitteln restauriert
Die Nikolaikirche in Meißen verfügt über eine einzigartige Ausstattung aus Meißener Porzellan. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert nun die Restaurierung eines der kostbaren Epitaphe.

Meißen, Bonn (epd). Mit rund 30.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierung eines Porzellan-Epitaphs in der Meißener Nikolaikirche. Der DSD-Ortskurator, Reinhard Plüschke, habe den Fördervertrag am Freitag an Pfarrer Christoph Rechenberg von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Afra Meißen übergeben, teilte die Stiftung in Bonn mit. Das Kunstwerk gehört zum Ausstattungs-Ensemble der Kirche aus Meissener Porzellan.

Mit dem Geld sollen unter anderem zerbrochene Porzellanteile ergänzt und Beschädigungen restauriert werden. Die Schäden seien vor allem auf verrostete Verankerungen zurückzuführen, die zur Absprengung von Porzellanteilen und zu Rissen im Mauerwerk geführt hätten, hieß es. Insgesamt erinnern in der Nikolaikirche 14 Epitaphe an Opfer des Ersten Weltkriegs. Auf Tafeln aus Meissener Porzellan stehen die Namen von insgesamt 1.815 Gefallenen. Im Altarraum befinden sich auch über zwei Meter hohe Frauenstatuen, die als die größten jemals aus Meissener Porzellan gefertigten Figuren gelten.

Kirche der Kaufleute und Fischerfamilien

Die in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts errichtete Nikolaikirche diente einst durchreisenden Kaufleuten und ortsansässigen Fischerfamilien als Gotteshaus. Sie gilt als älteste Kirche Meißens. Seit 1929 ist sie auch eine Kriegsgedächtnisstätte. Heute wird sie für kulturelle Veranstaltungen und ausgewählte Andachten genutzt.