Frankfurt a.M., Kinshasa (epd). Mit inzwischen mehr als 2.300 Toten hat sich der aktuelle Ebola-Ausbruch im Ostkongo zum tödlichsten in der Geschichte des Landes entwickelt. Die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes meldeten zum Wochenbeginn insgesamt 2.325 Todesfälle, bei denen zuvor eine Infektion nachgewiesen war. Die Zahl der bestätigten Krankheitsfälle bis Samstag auf 4.945. Als genesen gelten bislang 1.040 Personen.
Der Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Gegen die für das Infektionsgeschehen verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung.
Virus verbreitet sich weiter
In der Demokratischen Republik Kongo gab es schon rund ein Dutzend bestätigter Ebola-Ausbrüche seit der Entdeckung des Virus 1976. Beim bislang größten zwischen 2018 und 2020 starben laut WHO 2.299 Menschen nachweislich an der Krankheit. Bei insgesamt 3.481 bestätigten Fällen erreichte die Sterblichkeit damit 66 Prozent. Eine größere Epidemie gab es sonst nur in Westafrika: Zwischen 2014 und 2016 erkrankten in Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Menschen, von denen rund 11.300 starben.
Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird. Die weitere Ausbreitung im Ostkongo ist noch nicht gestoppt. Die Region leidet unter schwacher Gesundheitsinfrastruktur, schlechten Verkehrswegen und großer Armut. Erschwert wird die Eindämmung des Ausbruchs auch durch die seit Jahrzehnten anhaltende Gewalt im Ostkongo. Dort kämpfen zahlreiche Gruppen und Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe.



