Düren, Düsseldorf (epd). Der Großbrand in der Gemeinde in Hürtgenwald hat sich in der Nacht zu Samstag nicht weiter ausgebreitet. 1.400 Einsatzkräfte seien im Einsatz, teilte der Kreis Düren am Samstag mit. Der Ortsteil Gey bleibe vorerst evakuiert. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe sich telefonisch bei Landrat Ralf Nolten (CDU) über die Lage informiert.
Der Brand war am Donnerstagabend in der Eifelgemeinde ausgebrochen und hatte sich am Freitag auf etwa 300 Hektar ausgebreitet, eine Fläche fast so groß wie der Central Park in New York. Es ist der größte jemals dokumentierte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen.
Forstwirtschaftler fordert bessere Früherkennung
Im ganzen Jahr 2025 war in Nordrhein-Westfalen laut Waldbrandstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine Gesamtfläche von rund 52 Hektar von Bränden betroffen. Deutschlandweit gab es Waldbrände auf einer Fläche von rund 2.626 Hektar. Vor allem Sachsen und Brandenburg zählen zu den Waldbrandregionen des vergangenen Jahres. In Sachsen brannten knapp 1.900 Hektar Waldfläche.
Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Christian Haase, forderte eine bessere Früherkennung von Waldbränden. „Wir brauchen gut ausgebildetes Personal, moderne Frühwarnsysteme und eine Infrastruktur, die eine schnelle Brandbekämpfung überhaupt ermöglicht. Dazu gehören befahrbare Forstwege ebenso wie Löschwasserentnahmestellen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstag). Haase rief dazu auf, den Wald „zunehmend auch als kritische Infrastruktur unseres Landes“ zu begreifen.
Langfristig hilft Waldumbau
Haase sagte, Waldbrände träten in diesem Jahr häufiger auf und erreichten inzwischen auch Regionen erreichen, die bislang nicht zu den klassischen Waldbrandgebieten Deutschlands gezählt worden seien. Der Klimawandel schreite schneller voran, als angenommen und schneller, als sich die Waldökosysteme daran anpassen könnten. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt derzeit in fast allen Regionen in Deutschland ein erhöhtes Risiko für Waldbrände an. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit.
Langfristig hilft laut Haase nur ein „Waldumbau“. Man brauche etwa strukturreiche, mehrschichtige Mischwälder mit einem höheren Laubholzanteil. Die Forstwirtschaft arbeite seit Jahrzehnten am Waldumbau. „Das Problem ist, dass uns die Geschwindigkeit des Klimawandels bei diesem Generationenprojekt zunehmend unter Druck setzt“, sagte der CDU-Politiker.



