Berlin (epd). Zum fünften Jahrestag der Taliban-Machtübernahme in Afghanistan demonstriert das „Afghanistan Activist Collective“ mit einem Protestcamp am Berliner Alexanderplatz. Dazu errichteten am Freitagnachmittag etwa 20 Menschen drei Pavillons und fünf Zelte.
Frauen und Mädchen würden in Afghanistan systematisch entrechtet und Aktivisten, Journalisten und politische Gegner verfolgt, kritisierte das Kollektiv. Der Bundesregierung und der Europäischen Union warfen die Demonstranten vor, eine praktische Zusammenarbeit mit den radikalen Islamisten auszubauen. Nach Polizeiangaben sind zu dem bis Sonntag geplanten Protestcamp bis zu 500 Teilnehmende angemeldet. Am Sonntagnachmittag ist eine Kundgebung geplant.
Kritik an Abschiebungen
Zudem kritisierte das Kollektiv Abschiebungen in das asiatische Land. Bis zum 19. Juni seien in diesem Jahr 87 Menschen aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben worden. Am 28. Juli sei zudem ein Abschiebeflug mit weiteren 31 Afghanen erfolgt. Die Aktivisten forderten einen Stopp aller Abschiebungen nach Afghanistan und in Drittstaaten.
Die Organisation „Kabul Luftbrücke“ präsentierte zudem in Berlin am Freitagnachmittag das Werk einer afghanischen Künstlerin. Neben der Berliner „East Side Gallery“ wurde den Angaben zufolge ein Wandbild der in Afghanistan lebenden Künstlerin Reha fertiggestellt. Der Name sei ein Pseudonym und stehe auf der in Afghanistan gesprochenen Sprache Dari für „Freiheit“.



