Erdbeben in Kolumbien: Erste Pläne für Wiederaufbau präsentiert

Erdbeben in Kolumbien: Erste Pläne für Wiederaufbau präsentiert
Beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Kolumbien setzt die Regierung auf wirtschaftliche Anreize und Kredite. Zuvor hatte es Kritik am Krisenmanagement gegeben.

Berlin, Bogotá (epd). Nach dem verheerenden Erdbeben in Kolumbien hat die Regierung erste Pläne für den Wiederaufbau angekündigt. Präsident Abelardo de la Espriella versprach bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (Ortszeit) Streuerleichterungen für die betroffenen Sektoren und finanzielle Anreize, damit Unternehmen vor Ort investieren.

Wohnungsbauminister Jaime Beltrán sagte, Unternehmerverbände würden Experten bereitstellen, um die Sicherheit der stehenden Häuser zu begutachten. Staatliche geförderte Kredite sollten einen Wiederaufbau ermöglichen, berichtete die Zeitung „El Tiempo“.

Kritik am Krisenmanagement

Der ultrarechte Politiker de la Espriella, der vergangenen Freitag das Amt von seinem linken Vorgänger Gustavo Petro übernommen hatte, verwies auf eine „schwere Finanzkrise des Staates“. Die geplanten Maßnahmen seien angesichts eines bereits jetzt nicht gedeckten Finanzhaushalts für das laufende Jahr beschlossen worden.

Zuvor war Kritik am Krisenmanagement de la Espriellas aufgekommen. Der bereits unter Petro amtierende Direktor der Katastrophenbehörde UNGRD, Javier Pava, beklagte die fehlende Koordination zwischen der scheidenden und neuen Leitung innerhalb der Behörde. Außerdem erklärte er, die Regierung habe aus ideologischen Gründe bei der Annahme von Hilfe aus Ländern mit linken Regierungen gezögert.

Mehr als 280 Tote

Am Montag traf ein Erdbeben der Stärke 7,4 das westliche gelegene Departement Chocó. Das Erdbeben war bis in die Millionenstädte Bogotá und Calí zu spüren. Nach bisherigen Angaben sind bisher mindestens 281 Menschen gestorben, knapp 400 Personen werden noch vermisst.