Washington (epd). Drei US-Bundesstaaten haben laut Medienberichten am Donnerstag (Ortszeit) Todesurteile vollstreckt. Letztmals waren in den USA 2010 drei Menschen an einem Tag hingerichtet worden. Kontrovers war besonders die Exekution des 66-jährigen Anthony Darrell Hines in Nashville in Tennessee. Seine Anwälte verurteilten die Hinrichtung als grotesk. Hines habe in Haft mehrere Schlaganfälle erlitten, könne nicht mehr selbstständig gehen und sei kognitiv beschränkt, schrieben sie in einem abgelehnten Gnadengesuch.
Hines hat laut Todesurteil 1985 die Hotelmitarbeiterin Catherine Jean Jenkins erstochen. Die bei der Hinrichtung präsente Medienzeugin Molly Davis von der Zeitung „The Tennessean“ erklärte, Hines habe bei der Exekution mit einer tödlichen Injektion schwer geatmet. Eine spirituelle Beraterin habe das Vaterunser gebetet. Nach mehreren Minuten sei der Tod festgestellt worden.
Unversöhnlicher Sohn eines Opfers
Der Sohn des Opfers, Dennis Jenkins, sagte bei einer Pressekonferenz, er hoffe, dass Hines gelitten habe. Was Hines bei der Exekution durchgemacht habe, sei nichts verglichen mit den Schmerzen seiner Mutter.
Im McAlester-Gefängnis in Oklahoma wurde der 70-jährige Carlos Cuesta-Rodriguez hingerichtet. Dem Todesurteil zufolge hatte er 2003 seine damalige Partnerin Olimpia Fisher erschossen, angeblich aus Eifersucht und nach Beschwerden über häusliche Gewalt. Bei einer gestreamten Gnadenanhörung im Juli sagte Cuesta-Rodriguez, er bereue die Tat, sei ein gebrochener Mann und bitte nicht um Gnade.
42-Jähriger wegen Kindermord exekutiert
In Atmore in Alabama wurde laut Medienberichten der 42-jährige Jeremy Williams wegen der Vergewaltigung und Ermordung der 5-jährigen Kamarie Holland im Jahr 2021 hingerichtet. 2026 sind in den USA bislang 22 Todesurteile vollstreckt worden, im vergangenen Jahr 47. Nach Angaben des Instituts „Pew Research Center“ halten 68 Prozent der US-Amerikaner bei Mord die Todesstrafe für „moralisch gerechtfertigt“. Bei der Erhebung im Juli wurden 3.554 Personen befragt.
27 der 50 US Bundesstaaten sehen laut Todesstrafen-Informationszentrum gegenwärtig die Todesstrafe bei Mord unter bestimmten erschwerenden Umstaenden vor. In vier dieser Staaten (Pennsylvania, Ohio, Kalifornien und Oregon) ist ein Hinrichtungsmoratorium in Kraft. 23 Staaten haben keine Todesstrafe. US-Praesident Donald Trump hat sich für die Todesstrafe stark gemacht. Das Justizministerium erteilte im April die Anweisung, Todesurteile auf Bundesebene zügiger zu vollstrecken.



